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Insektensterben - real oder nicht?

Kritiker des Insektensterbens unterstellen immer wieder, dass es mängelnde Beweise für das Artensterben gibt. Das Motiv ist logisch, denn es geht um die Verteilung von 60 Milliarden Euro Agrarsubventionen.

In der Tat ist es auch so, dass die Langzeitergebnisse der sogenannten Krefelder-Studie nur auf einigen Standorten in Nordrhein-Westfalen beruhen und keine Aussage über die bundesweite Situation geben. Es gibt dennoch großen Anlass zur Sorge sowohl in Deutschland als auch in Europa. Die Krefelder Daten wurden aus Naturschutzgebieten gewonnen. Daher stellt sich sofort die Frage, wie die Situation dann in der intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft aussieht? Zudem gibt es viele weitere wissenschaftliche Untersuchungen, die auf einen drastischen Rückgang der Arten in anderen Gebieten hinweisen.

Situation in Deutschland

Von 33.000 nachgewiesenen Insektenarten sind gut 7.800 Arten in der Roten-Liste aufgenommen. 40% davon sind bestandsgefährdet oder bereits ausgestorben. Das hohe Ausmaß des Insektenrückgangs wird nochmal deutlicher, wenn man den langfristigen Trend betrachtet. Denn hier weisen 40% der Arten eine negative Entwicklung auf. Eine Auswertung der Roten Liste der Bienen zeigt zum Beispiel, dass bei den Wildbienen bereits jetzt über die Hälfte der Arten bestandsgefährdet sind. Dies gilt auch für 17% der Schmetterlinge, 7% der Gnitzen, 29% der Schwebfliegen, 32% der Raubfliegen, 35% der Heuschrecken, 37% der Laufkäfer und 87% der Wasserkäfer.

Daten aus Europa

Auch auf gesamteuropäischer Ebene sind die Auswirkungen zu sehen. Beispielsweise ist die Verbreitung der Schmetterlinge europaweit über einen Zeitraum von 25 Jahren um elf Prozent zurückgegangen.

Vögel und Insekten

Indirekt können insbesondere über die Populationsentwicklung von Vögeln Rückschlüsse auf das Insektensterben gezogen werden. Der EU-Vogelschutzbericht von 2013 zeigt klar, dass Vogelarten, die überwiegend auf die Ernährung von Insekten und Spinnen während der Brutzeit angewiesen sind, die stärksten Bestandsrückgänge gemessen an der Gesamtartenzahl im 25-Jahre-Trend aufweisen.

Ursachen

Aufgrund der Insektenvielfalt gibt es auch eine Vielzahl an Ursachen. Die primären Ursachen haben jedoch alle eine Verbindung zu den intensiven Formen der Landwirtschaft. Durch Monokulturen gibt es weniger Nahrungs- und Nistangebote, der Pestizideinsatz führt zu direkten Schäden an Insekten und vielerorts wird die Pflanzenzusammensetzung durch den Düngereinsatz verändert. Eine weitere große Ursache stellen die zunehmende Bebauung und der Klimawandel dar.

Folgen

Die Leistungen des Ökosystems werden durch den Insektenrückgang stark beeinträchtigt. Durch die Verminderung der Bestäubungsleistung, Humusbildung und der darauf beruhenden Bodenfruchtbarkeit wird auch unsere Ernährung direkt gefährdet. Doch die Auswirkungen auf die Vegetation sind sehr viel größer. Zudem sind Insekten ein unersetzliches Glied in der Nahrungskette.

Eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik ist unvermeidbar.

Den ausführlichen Artikel finden Sie hier.

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