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mutterlose Welpenaufzucht

Für die mutterlose Aufzucht gibt es unterschiedliche Gründe. Es kann vorkommen, dass das Muttertier verstorben ist oder eine Erkrankung der Mutter die normale Aufzucht verhindert. Auch wenn die Mutter Verhaltensstörungen wie Aggressivität oder eine übersteigerte Brutpflege zeigt, ist unter Umständen eine Handaufzucht notwendig. Auch Milchmangel oder zu große Würfe sind weitere Gründe für eine mutterlose Aufzucht.

Die Erfolgschancen einer mutterlosen Aufzucht sind umso besser, je mehr Kolostrum die Welpen direkt nach der Geburt erhalten haben und je besser die natürlichen Verhältnisse imitiert werden. Hierbei ist es wichtig, dass die Nahrungszusammensetzung der Muttermilch entspricht, die Fütterungstechnik dem natürlichen Saugakt nachempfunden wird und die Umgebungsbedingungen so natürlich wie möglich gestaltet werden.

Ammenfütterung

Wenn die Aufzucht der Welpen durch das Muttertier nicht möglich ist, sollte zuerst der Einsatz einer Amme angestrebt werden, da das der natürlichen Aufzucht am ähnlichsten ist. Dadurch können Probleme minimiert werden.

Für eine reibungslose Akzeptanz der Fremdwelpen können diese zusammen mit den eigenen Nachkommen der Amme in ein Handtuch eingewickelt und mit ihrer Muttermilch benetzt werden, damit sie den Geruch annehmen.

Vor dem ersten Anlegen an die Amme sollte man die eigenen Welpen für mindestens 2-3 Stunden nicht säugen lassen. Durch ein praller gefülltes Gesäuge kann die Bereitschaft für die Annahme erhöht werden.

Fütterung bei übergroßen Würfen

Ist das Muttertier vital, hat aber schlichtweg zu viele Welpen in ihrem Wurf und damit nicht ausreichend Muttermilch für alle, dann sollte man trotzdem versuchen, alle Welpen hauptsächlich über das Muttertier zu versorgen. Diese Vorgehensweise ist gegenüber einer mutterlosen Aufzucht klar zu bevorzugen, da die Sozialisierung durch das Muttertier gesichert ist.

Am besten wird der übergroße Wurf in zwei gleichgroße Gruppen aufgeteilt, die dann abwechselnd zum Saugen an das Muttertier gelassen werden. Die jeweils andere Gruppe wird in dieser Zeit mit Milchaustauscher zugefüttert.

Eine einfache Maßnahme untergewichtige, aber vitale Welpen mit mehr Milch und damit Energie zu versorgen, ist, sie an die hinteren Zitzen anzulegen, da diese in der Regel mehr Milch geben als die vorderen Zitzen.

Milchaustauscher

Ist keine Amme verfügbar oder die Fütterung kann über das Muttertier nicht ausreichend sichergestellt werden, muss anschließend ein Milchaustauscher (MAT) eingesetzt werden. Dieser sollte sich in seiner Zusammensetzung an der Muttermilch orientieren und in der Nährstoffzusammensetzung so naturgetreu wie möglich sein. Leider lassen sich gewisse Bestandteile nicht ersetzen, wie z. B. die in der Muttermilch enthaltenen Antikörper und Wachstumsfaktoren. Daher ist die Fütterung von Milchaustauschern nur dann sinnvoll, wenn es keine Alternativen gibt.

Die einfachste Möglichkeit ist die Verwendung von für die Tierart geeigneten kommerziellen Milchaustauschern. Produkte für Hunde bestehen zu etwa 60 % aus Milchprodukten und zu einem geringeren Anteil aus anderen Protein- und Kohlenhydratquellen sowie Mineralstoffen und Vitaminen. Der Fettanteil liegt bei 15–20 %. Bei den kommerziellen Produkten sollte man sich an die Zubereitungshinweise des Herstellers halten. Ein geeignetes Produkt für die Hundewelpenaufzucht wäre beispielsweise CarniLac von Carnimed.

Kuhmilch ist für die Welpenaufzucht ungeeignet. Diese enthält deutlich mehr Laktose als die Milch von Hunden, Katzen oder Kaninchen und weitaus weniger Fett und Eiweiß. Die Milch der genannten Tierarten ist daher deutlich energiereicher. Das ist auch notwendig, da die Welpen im Vergleich zu Kälbern eine größere Wachstumsintensität aufweisen. Auch Milchersatz für den Menschen ist absolut ungeeignet.

 

Fütterungstechnik

Bei Fütterung mit dem Milchaustauscher sollten Hunde- und Katzenwelpen in der ersten Woche 8–12x täglich gefüttert werden, um dem natürlichen Säuge-Rhythmus zu entsprechen. Ab der 2. Woche kann auf 5–6x täglich reduziert werden, ab der 4. Woche langsam auf 3–4x mit einer 8-stündigen Nachtpause. Nach 4 Wochen kann dann auf Beifutter umgestellt werden. Bei schwachen Welpen wird die Fütterungsfrequenz erhöht. Bei Kaninchenwelpen reicht die Fütterung 2–3x täglich und die Beifuttergabe kann nach 3 Wochen begonnen werden.

Zur Verfütterung des Milchaustauschers können Löffel, Pipetten oder Saugflaschen verwendet werden. Wichtig ist dabei die richtige Dimensionierung der Öffnung. Optimal ist eine Flaschenöffnung, bei der pro Sekunde 1 Tropfen Milchaustauscher austropft.

Das zur Herstellung des Milchaustauschers verwendete Trinkwasser sollte abgekocht werden und kann dann nach ca. 20 Minuten mit 40-50°C verwendet werden. Um die natürlichen Verhältnisse optimal nachzuahmen, muss die Milch körperwarm verfüttert werden. Bei kalter Milch drohen Koliken. Während der Fütterung müssen die Welpen auf dem Bauch liegen, damit sie sich nicht verschlucken und sie sollten in ein warmes Handtuch gewickelt sein.

Fertig angerührte Milch sollte maximal 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden.

weitere Hinweise

Die Welpen sind anfangs noch nicht zu einem selbstständigen Kotabsatz fähig, sondern müssen stimuliert werden, indem mit einem feuchten Tuch der Bauch- und Analbereich massiert wird. Erfolgt dies nicht, kann es zu Verstopfung und dann zum Tode kommen, daher ist die Stimulation immer vor und nach dem Füttern essentiell. Die Welpen müssen mehrmals täglich Harn sowie mindestens einmal täglich Kot absetzen.

Außerdem ist die Hygiene sehr wichtig. Besonders in den ersten Wochen müssen alle verwendeten Gegenstände regelmäßig mit kochendem Wasser sterilisiert werden, denn die Welpen beginnen erst gegen Mitte der dritten Lebenswoche, im Magen Salzsäure zu produzieren, die die aufgenommenen Keime zerstören kann. Vorher können die Keime ungehindert in den Darm gelangen.

Welpen sollten am besten in einer mit sauberen Decken und Tüchern ausgepolsterten Kiste liegen. Sie brauchen vor allem in den ersten 2 Wochen eine Umgebungstemperatur von ca. 29 bis 32 Grad, weswegen noch ein kleines Heizkissen oder eine Wärmflasche dazu gelegt werden kann oder ein Rotstrahler in ca. 60 cm Entfernung aufgestellt werden kann. Es muss jedoch unbedingt eine Ausweichmöglichkeit geben, damit sie nicht überhitzen.

Ist ein Welpe alleine, ist es ganz gut noch ein Stofftier mit hinein zu legen, an das er sich kuscheln kann. Ist die Umgebungsluft sehr trocken, empfiehlt sich eine Luftbefeuchtung. Zugluft muss unbedingt vermieden werden.

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