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Trinkwassermanagement bei Katzen

Viele Erkrankungen erfordern eine erhöhte Wasseraufnahme. So ist es bei Harnsteinen bzw. -kristallen wichtig, dass Ihre Katze mehr Wasser aufnimmt, um mehr Urin zu produzieren und damit einen „Spüleffekt“ in der Blase zu bewirken und eventuell vorhandene Kristalle besser auszuspülen.  Auch wenn Ihre Katze aktuell keine Probleme mit Harnsteinen hat, beugt eine erhöhte Urinausscheidung der Bildung vor. Bei chronischer Niereninsuffizienz ist ebenfalls eine erhöhte Wasseraufnahme zu empfehlen, um die Ausscheidung giftiger Stoffwechselsubstanzen zu fördern und die Nieren zu entlasten.

Durch die Aufnahme von Mäusen und Beutetieren, welche zu rund 60-80 % aus Flüssigkeit bestehen, kann die Katze in der Regel ihren Wasserbedarf fast komplett über ihre Nahrung decken. Aufgrund dieser Anpassung wird es oftmals schwierig sie zum vermehrten Trinken zu überreden und dadurch die Urinmenge zu erhöhen. Wir haben Ihnen deshalb ein paar Tipps zusammengetragen, wie Sie versuchen können die Wasseraufnahme Ihrer Katze zu fördern.

Die Menge im Futter macht's

Die Wasseraufnahme ist generell abhängig von der Qualität des Trinkwassers, dem Wassergehalt im Futter, der Futterzusammensetzung, der Außentemperatur und der Aktivität Ihres Vierbeiners.

Der Wassergehalt des Futters hat dabei einen entscheidenden Einfluss auf das tägliche Trinkverhalten. Dies möchten wir Ihnen anhand dieses Beispiels deutlich machen:

 

50 g Trockenfutter mit 10 % Restfeuchte

= 45 g Trockenmasse & 5 ml Wasser

  > 145 ml zusätzliche Wasseraufnahme pro Tag notwendig

Beispiel 4 kg Katze

200 g Nassfutter mit 75 % Restfeuchte

= 50 g Trockenmasse & 150 ml Wasser

>  keine zusätzliche Wasseraufnahme pro Tagnotwendig, aber möglich

 

Sollte Ihre Katze aktuell Trockenfutter bekommen, ist ein Wechsel auf Nassfutter somit die effektivste Möglichkeit die Wasseraufnahme über die Fütterung zu steigern.

Tipps & Tricks

Katzen haben sehr unterschiedliche Vorlieben wie ihre Wasserquellen auszusehen haben. Manche bevorzugen stehendes Wasser, andere wiederum trinken nur aus bewegten Wasserquellen und ignorieren einen stehenden Wassernapf vollkommen. Ein Trinkbrunnen kann in diesem Fall eine gute Lösung darstellen, um Ihre Katze zum Trinken zu animieren, wenn sie stehendes Wasser ignoriert.

Für einige Katzen ist frisches Wasser im Napf kein Anreiz zum Trinken. Sie bevorzugen lieber abgestandenes Wasser und trinken z. B. gerne aus Regentonnen, Gießkannen oder Vasen (ohne Blumen). Probieren Sie aus, was Ihr Liebling bevorzugt. Wichtig ist hierbei, dass das Wasser von guter Qualität ist. Auch bei der Wahl des Trinknapfes sollte man beachten, dass Katzen eine gute Nase haben und oftmals Näpfe mit Plastik oder Gummi ablehnen. Probieren Sie auch unterschiedliche Formen bei den Näpfen aus.

Spülmittelreste mögen Katzen ebenfalls nicht. Daher sollte bei der Reinigung der Näpfe darauf verzichtet werden. Heißes Wasser aus dem Wasserkocher und ein sauberer Schwamm reichen im Normalfall aus. Sollte der Napf doch mal in die Spülmaschine kommen, dann am besten danach unter fließendem Wasser nochmal abspülen, damit keine Spülmittelreste mehr daran haften.

Da Katzen im Gegensatz zu Hunden in der Regel weniger gezielt den Wassernapf aufsuchen, sondern eher trinken, wenn sie zufällig an einer Wasserquelle vorbeikommen, sollten Sie Ihrem Vierbeiner mehrere Trinknäpfe an verschiedensten Orten anbieten, um die Wasseraufnahme zu steigern. Wählen Sie hierbei vor allem Orte, die Ihre Katze oft aufsucht.

Ein weiterer Unterschied zum Hund ist, dass Katzen nicht an dem Ort trinken an dem sie ihr Futter aufnehmen. Daher sollten die Wassernäpfe entfernt vom Futternapf aufgestellt werden.

Bieten Sie Ihrer Katze verschiedene Wasserquellen an:

  • Bewegtes oder stehendes Wasser
  • Trinkbrunnen
  • Frisches oder abgestandenes Wasser (Vasen, Regentonne, Untersetzer)
  • Mehrere Trinknäpfe an verschiedenen Orten

 

Eine weitere Möglichkeit Ihre Katze zum Trinken anzuregen stellt die Aromatisierung des Trinkwassers dar. Bringen sie über pürierte Leber, etwas Milch, Würstelwasser oder Thunfischsaft Geschmack ins Wasser. Achten Sie aber bitte auf einwandfreie Hygiene und tauschen das Wasser oft genug aus. Vor allem in den Sommermonaten sollte das Wasser mindestens dreimal pro Tag gewechselt werden. Neben dem aromatisierten Wasser sollte Ihr Liebling immer Zugriff auf Wasser ohne Zusatz haben.

Sie können das „aromatisierte Wasser“ auch in Form von Eiswürfeln vorbereiten. Geben Sie dann bei Bedarf einen Eiswürfel in den Wassernapf und lassen ihn schmelzen.

Akzeptiert Ihre Katze es, können Sie der Ration auch Wasser zugeben und das Futter in suppiger Form anbieten.

Sofern Ihre Katze gesund ist und keine spezielle Ernährung braucht, können auch Suppen oder Puddings für Katzen Abwechslung in die Flüssigkeitsaufnahme bringen (z. B. Purina Gourmet Crystal Soup oder GimCat Pudding).

Eine wichtige Maßnahme zusätzlich zum Trinkwassermanagement ist ein gutes Management der Katzentoiletten. Ihre Katze trinkt dann gern, wenn sie auch mit ihrer Toilette zufrieden ist. Eine zweimalige Reinigung pro Tag sollte hier selbstverständlich sein. Es sollte auch immer eine Toilette mehr als Katzen im Haushalt leben aufgestellt werden, d. h. beispielsweise vier Toiletten bei drei Katzen im Haushalt.

Wie bei den Wasserquellen haben Katzen auch bei den Toiletten unterschiedlichste Vorlieben. Die meisten Katzen bevorzugen offene Toiletten im Vergleich zu geschlossenen Toiletten, da in Letzteren die Geruchs- und Staubbelastung meist sehr unangenehm ist. Auch die Katzenstreu ist ein sehr wichtiger Faktor. Benutzt Ihr Liebling die Toilette eher ungern, kann ein Wechsel der Katzenstreu Abhilfe schaffen.

Sollte Ihre Katze jedoch von alleine plötzlich eine ungewohnt hohe Wasseraufnahme zeigen, ist dies kein normales Verhalten und kann auf eine beginnende Erkrankung hinweisen. In diesem Fall sollte Ihr Tierarzt durch eine Blutabnahme z. B. Erkrankungen wie chronische Niereninsuffizienz oder Diabetes mellitus abklären.

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