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Kaninchen & Co. - Was tun bei Fressunlust?

Wenn Mümmler nicht mehr mümmeln

Fressunlust bei Kaninchen und Meerschweinchen

Die Feiertage liegen hinter uns und damit eine Zeit, in der wir nicht nur uns, sondern auch unsere vierbeinigen Gefährten mit besonderen Leckerbissen verwöhnen. Doch während sich das reichliche und gute Essen bei Mensch, Hund und Katze in erster Linie beim Gang zur Waage als „belastend“ herausstellt, haben die zusätzlichen Leckereien bei unseren kleinen Heimtieren oft noch weitreichendere Folgen und können diesen gründlich den Appetit verschlagen.

Ungesunde Leckerbissen

Leider bevorzugen Kaninchen wie auch Meerschweinchen weiche, süße und kohlenhydratreiche Futterkomponenten. Ob Körnerfutter, Haferflocken, Knabberstangen mit Honig und Melasse, trockenes Brot und Zwieback oder gar „Joghurtdrops“ – alles wird gierig verschlungen, was uns Besitzer dazu verleitet, diese Dinge als besonderen Leckerbissen oft und in zu großen Mengen zu geben. Doch auch wenn diese nur zu gerne angenommen werden – auf die Verwertung von zucker- und stärkereicher Kost sind unsere Gras- und Blätterfresser nicht eingerichtet. Daher gelangen diese unverdaut in den Dickdarm und werden von den dort ansässigen Mikroorganismen aufgespalten und vergoren.

Dabei entstehen zum einen Gase, die den Darm aufblähen, was zu starken Bauchschmerzen und Trommelsucht mit nachfolgender Atemnot und Kreislaufbeschwerden führen kann. Andererseits bewirken die entstehenden Abbauprodukte eine Ansäuerung des Darminhalts. In der Folge sterben die normalerweise im Darm vorkommenden Bakterien ab und geben den Weg frei für ein vermehrtes Wachstum unerwünschter Keime. Das Verhältnis von „guten“ zu „schlechten“ Darmbakterien gerät aus dem Gleichgewicht. Dies äußert sich in weichem Kot, auf Dauer auch in chronischem Durchfall.
Für eine geregelte Verdauung ist es entscheidend, dass die Tiere überwiegend rohfaserreiche Kost und damit Gras bzw. Heu zu sich nehmen. Nur dadurch ist auch ein ausreichender Abrieb der ständig nachwachsenden Schneide- und Backenzähne gewährleistet. Lassen die Tiere dagegen zugunsten der stärkereichen Leckereien das Heu und Gras unberührt, so nutzen sich die Zähne nur unzureichend ab und werden zu lang. Die Nahrungsaufnahme ist beeinträchtig und an den Backenzähnen bilden sich Zahnspitzen, die zu schmerzhaften Verletzungen der Zunge und Backenschleimhaut führen können.

Was tun?

Zahnschmerzen, Bauchweh und Durchfall – wer könnte es unseren Mümmlern nicht nachfühlen, dass ihnen bei diesen Beschwerden der Appetit vergeht?!
Kaninchen und Meerschweinchen, die länger als 24 Stunden kein Futter aufnehmen, geraten rasch in eine lebensbedrohliche Situation. Die Magenwand unserer kleinen Heimtiere weist kaum Muskulatur auf, er funktioniert als sogenannter Stopfmagen, d.h. der Inhalt wird nur dann in den Darm weiterbefördert, wenn von oben Nachschub kommt. Bleibt dieser aufgrund der fehlenden Nahrungsaufnahme aus, so verweilt das Futter zu lange im Magen, die Darmtätigkeit gerät ins Stocken, Fehlgärungen und Aufgasung sind die Folgen und verschärfen die Situation noch weiter.
Zögern Sie deshalb nicht, mit Ihrem angeschlagenen Vierbeiner den Tierarzt aufzusuchen. Sind die Zähne das Problem, nehmen die Tiere häufig direkt nach der Zahnbehandlung schon wieder freiwillig Futter auf. Bei Verdauungsstörungen kann der Tierarzt zwar die Grunderkrankung therapieren, doch liegt es zumeist in der Verantwortung des Besitzers, dem Patienten das Futter wieder schmackhaft zu machen.

Die Magen-Darm-Funktion lässt sich nur durch eine regelmäßige Nahrungszufuhr aufrechterhalten. Bei hartnäckigen Futterverweigerern ist deshalb eine Zwangsfütterung Mittel der Wahl. Bewährt haben sich hierbei Fertigprodukte wie Critical care® (Firma Albrecht), Rodicare Instant® (Alfavet) oder Herbi Care Plus® (WDT) – Spezialfutter mit faserreichen Pflanzenbestandteilen und essenziellen Nährstoffen. Mit Wasser angerührt ergeben die Pulver einen Brei, der sich mittels Plastikspritze (ohne aufgesetzte Kanüle!) gut ins Maul des Tieres eingeben lässt. Empfohlen werden 50 ml Brei/kg Körpergewicht verteilt auf 6 bis 8 Portionen täglich.

Prophylaxe

Verzichten Sie auf Knabberstangen mit Honig, Joghurt- oder gar Schokoladendrops. Versuchen Sie es stattdessen einfach mit einem Extrastück von dem Lieblingsgemüse Ihres Mümmlers oder ein paar Kernen. Beliebt sind z. B. Sonnenblumenkerne oder Kleinsämereien wie Sesam, Hirse und Amaranth. Sie schmecken richtig lecker, liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren, dürfen aber aufgrund ihres hohen Kaloriengehalts wirklich nur ab und zu als Leckerbissen angeboten werden. Zur Orientierung: Für ein Kaninchen mit ca. 1 kg Körpergewicht genügen schon vier Sonnenblumenkerne pro Woche und ein Teelöffel Sämereien.
Die Schmackhaftigkeit des Heus verbessern Sie durch kühle und lichtdichte Lagerung sowie durch die häufige Gabe kleiner Portionen, so dass das Heu immer frisch ist. Zudem könnten Sie langstängeliges Heu klein schneiden und mit getrockneten Kräutern und Blüten „würzen“.

Mehr zur Meerschweinchen- und Kaninchenfütterung erfahren Sie in unserer Rubrik Wissen & Beratung.

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